Nachwachsende Rohstoffe —
was fängt man damit an?
Wie groß ist das Potenzial nachwachsender Rohstoffe; in welchen Bereichen des alltäglichen Lebens moderner Gesellschaften werden sie eingesetzt, wo können sie eventuell begrenzt vorhandene Rohstoffe ersetzen? Es gibt viele klassische Bereiche, in denen nachwachsende Rohstoffe verwendet werden: etwa das Holz. Holz ist seit jeher ein bevorzugtes Material für Möbel, es findet beim Hausbau Verwendung, wurde bereits zu frühen Zeiten verfeuert; man baute einst Schiffe aus Holz, macht es teilweise noch heute. Auch Holzhäuser kommen wieder in Mode. All das sind klassische Verwendungsarten für den nachwachenden Rohstoff Holz. Bereits hier zeigt sich, dass nachwachsende Rohstoffe auch bei der Energieversorgung frühzeitig eine Rolle gespielt haben: Holz als Heizmaterial ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Gerade die Möglichkeiten für die Energieversorgung haben verschiedenste nachwachsende Rohstoffe in jüngerer Vergangenheit wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht. Ein ganzer Menüpunkt unserer Seite ist ja beispielsweise der Nutzung vor allem nachwachsender Rohstoffe als Kraftstoff für den Betrieb von Kraftfahrzeugen gewidmet. Auch für die Wärme- und die Stromerzeugung setzt man verstärkt auf nachwachsende Rohstoffe. Und sie haben viele weitere Bereiche der Produktion erobert: etwa die chemische Industrie. Hier wurden nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe im Jahr 2005 2.671.000 Tonnen dieser Rohstoffe verbraucht: beispielsweise tierische Fette, pflanzliche Öle, Stärke und Cellulose. Die Palette der aus ihnen entstehenden Produkte reicht hier von Tensiden in der Waschmittelproduktion, die etwa aus Fettsäuren produziert werden, über Rohstoffe aus Leinöl für Lack bis zu Werkstoffen, die mit Naturfasern verstärkt werden. Noch ein ganz wichtiger Bereich, in dem nachhaltig produzierte Rohstoffe, die nachwachsen, eine Rolle spielen, und der mitunter in Aufzählungen vernachlässigt wird: die Medizin. Experten schätzen die Zahl der für die Medizin zurzeit genutzten Pflanzen — so die Fachagentur — auf ca. 40.000 Arten von Pflanzen. Allerdings sind es — so die Agentur weiter — erst 100, deren Wirkstoffe tatsächlich industriell zu Arzneimitteln verarbeitet werden. Hier ist noch immenser Spielraum für die Forschung und ein zusätzlicher Bereich, in dem nachwachsende Rohstoffe für die Zukunft eine noch bedeutendere Rolle spielen könnten.