Nachwachsende Rohstoffe —
Ressourcen für die Zukunft
Reden wir einmal über Nachhaltigkeit. Wenn der Amazonas-Regenwald im Jahr 2030 ca. 20% kleiner sein wird als heute, wie es die brasilianische Zeitung “O Globo” auf Basis einer Studie der Universidade Federal de Minas Gerais in Belo Horizonte (Brasilien) schreibt, dann ist das ein Beispiel für ein nicht nachhaltiges Wirtschaften. Und wenn Gesellschaften weiterhin allein auf begrenzt vorhandene Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas setzen, um Heizenergie zu bekommen, Autos, Schiffe und Nutzfahrzeuge anzutreiben, dann hat das ebenfalls nichts mit Nachhaltigkeit zu tun.
Nachwachsende Rohstoffe jedoch haben mit Nachhaltigkeit zu tun.

Nachwachsende Rohstoffe Biomasse
So, nun haben wir den Begriff „Nachhaltigkeit“ so oft verwendet, jetzt sollten wir vielleicht erst einmal kurz klären, was Nachhaltigkeit bedeutet; schauen wir uns dazu die Präambel der berühmt gewordenen Agenda 21 an:
„Durch eine Vereinigung von Umwelt- und Entwicklungsinteressen und ihre stärkere Beachtung kann es uns jedoch gelingen, die Deckung der Grundbedürfnisse, die Verbesserung des Lebensstandards aller Menschen, einen größeren Schutz und eine bessere Bewirtschaftung der Ökosysteme und eine gesicherte, gedeihlichere Zukunft zu gewährleisten.“
Drücken wir es ganz vereinfacht aus: Nachhaltige Entwicklung sorgt für ein angenehmes Leben möglichst aller Menschen heute, ohne die Lebensqualität der Menschen morgen zu gefährden. Nachwachsende Rohstoffe können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.
Denn anders als etwa Erdöl oder Kohle verbraucht die Menschheit hier keinen Rohstoff, der dann morgen nicht mehr zur Verfügung steht. Das Entscheidende bei den nachwachsenden Rohstoffen steht bereits in ihrem Namen: Sie wachsen nach!
Zu ihnen zählt etwa Raps, aus dem man Öl gewinnt, zählen Sonnenblumen, Holz… zählt eine Vielzahl von Pflanzen, aber beispielsweise auch das Fett von Tieren, da ja auch die Tiere nachwachsen, solange man sorgsam und nachhaltig (!) wirtschaftet.

Nachwachsende Rohstoffe Biomasse
Auch nachwachsende Rohstoffe kann man allerdings auf eine Art und Weise nutzen, dass dem Rohstoff einfach keine Zeit zum Nachwachsen bleibt. Verbraucht die Möbelindustrie beispielsweise zu viele exotische Hölzer, so wird Raubbau an der Natur getrieben; mit Nachhaltigkeit hat auch das nichts zu tun.
Definiert werden nachwachsende Rohstoffe von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe als “land- und forstwirtschaftlich erzeugte Produkte, die einer Verwendung im Nichtnahrungsbereich zugeführt werden”. Das bedeutet: Der Weizen, aus dem Brot wird, gehört damit nicht dazu, der Raps, aus dem man Pflanzenöl für den Ersatz fossiler Treibstoffe gewinnt, schon.
Die verstärkte Nutzung nachwachsender Rohstoffe könnte auch der Zukunft eine größere Chance geben: zu wachsen und zu gedeihen. Unsere Kinder, die Erwachsenen von morgen, werden das gerne hören.
