Windenergie — die Nutzung einer Urgewalt
Er saust und braust und hat ganz schön viel Kraft, kann mitunter soviel davon entwickeln, dass Autos fliegen, Häuser plötzlich ohne Dächer dastehen. Gleichzeitig lässt er Drachen fliegen, bringt Regen, vertreibt ihn, kann uns darben machen oder Gutes bringen. Und… er weht seit Jahrtausenden, der Wind, ist schier unerschöpflich, wertvoll auch, um Energie für die Moderne zu gewinnen. Windenergie ist Deutschlands Nummer EINS der erneuerbaren Energien. Schauen wir uns Zahlen an, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie veröffentlicht: Windenergie liefert demnach insgesamt etwa 5% des Stroms für den Verbrauch in Deutschland, mehr als jede andere erneuerbare Energie. Insgesamt wurden im Jahr 2006 30,5 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Folgt man einem Bericht der Internationalen Funkausstellung IFA, so verbrauchen etwa 740 Haushalte 3,3 Millionen Kilowattstunden. Dann könnten diese Haushalte durch die Jahresproduktion an Strom aus Windenergie in Deutschland über 9240 Jahre mit Strom versorgt werden. Noch ein Argument, das für die Windkraftanlagen spricht: Sie sind in den letzten Jahren effektiver geworden. Die Kosten für Windkraftanlagen konnten — so das Bundesministerium — seit Anfang 1990 halbiert werden.
Windenergie erlebte in den letzten ca. 15 Jahren einen Boom in Deutschland, weil Windkraftanlagen vielfach gefördert wurden. Programme wie „100 MW Wind“ (später 250 MW), das Stromeinspeisegesetz, das später durch das Erneuerbare Energien Gesetz abgelöst wurde, machte die Installation von Windenergieanlagen für Privatleute wie für manch ein Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe doppelt lukrativ: Die Investitionskosten sanken durch die Förderung, die Möglichkeit, den gewonnenen Strom gegen Entgelt ins öffentliche Netz einzuspeisen, brachte zusätzliche Einnahmen.
Windenergieanlagen sehen ein bisschen wie große Türme aus, an denen Flugzeugrotoren montiert wurden. Viele gleichen immer noch modernen Varianten der alten Windmühlen; vielleicht hätte Don Quichotte ja seinen Spaß an ihnen gehabt? Grob unterscheiden kann man Windkraftanlagen mit horizontaler Drehachse von denen mit vertikaler Drehachse. Zurzeit in Deutschland durchgesetzt haben sich die oben beschriebenen Anlagen mit horizontaler Drehachse der Rotoren. Die Rotoren beschrieben also eine kreisförmige Aufwärts- und Abwärtsbewegung, während sie sich bei vertikaler Drehachse auf einer Höhe drehen wie ein kleines Windrad für Kinder, das man auf den Tisch gelegt hat. Wesentliche Bestandteile einer Windkraftanlage sind der Turm, die Rotoren, der Generator, der die Kraft des Windes in Strom umwandelt und die Anlage, die diesen Strom ins Netz einspeist.
Auch bei der Windenergie gilt, was bereits bei der Wasserkraft erwähnt wurde: Eine planvolle Integration der Windenergie in die Stromversorgung des Landes sollte angestrebt werden; mit gleichzeitigem Blick auf andere Energien und als Teil eines Gesamtversorgungskonzeptes. Dann kann Windenergie sehr gut dazu beitragen, die Welt für unsere Kinder lebens- und liebenswert zu erhalten.