Wasserkraft — mehr als das Zischen beim Sprudel

Wasserkraft gehört neben Sonnenenergie und Windenergie zu den bedeutendsten und bekanntesten erneuerbaren Energien. Aber man muss etwas von der Natur begünstigt sein, um als Land optimal von der Wasserkraft profitieren zu können; Norwegen beispielsweise ist es und deckt den größten Teil seines Strombedarfs (90%) aus Wasserkraft. In Deutschland dagegen liegt der Anteil dieser Kraft an der Stromerzeugung — nach Zahlen auf der Internetseite www.german-renewable-energy.com des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie — bei 3,5 Prozent.

Das Prinzip bei der Wasserkraft ist im Grunde stets dasselbe: Man nutzt das Fließen des Wassers aus, um damit Maschinen anzutreiben. Früher waren es häufig Mühlräder von Wassermühlen, heute in erster Linie Turbinen und Wasserräder: etwa in Wasserkraftwerken. Soviel zu den Gemeinsamkeiten. Die Unterschiede bei der Nutzung der Wasserkraft liegen einerseits in der Art des fließenden Wassers, das genutzt wird; andererseits in der Frage, mit welcher Technik es genutzt wird. Bei fließendem Wasser denkt man meist zunächst an Flüsse, an Staudämme und dazu passende Wasserkraftwerke. Gerade Staudämme bringen die ansonsten als sehr umweltfreundlich geltende Wasserkraft allerdings mitunter auch in die Kritik. Großstaudämme wie der Drei-Schluchten-Damm in China oder der Narmada-Staudamm in Indien werden von Vielen als bedenklich eingestuft. Der Narmada etwa — ein Fluss von großer religiöser und kultureller Bedeutung in Indien — soll durch insgesamt dreißig große und viele kleine Dämme gestaut werden, was ganze Landstriche überflutet und viele Menschen aus ihrer Heimat vertreibt. Nicht immer jedoch sind Staudämme und Flüsse Elemente für die Stromerzeugung durch Wasserkraft. Meeresströmungskraftwerke etwa nutzen die Gezeiten der Meere, Strom-Bojen wiederum die Fließbewegung der Flüsse, aber als relativ kleine Einheiten, die den natürlich gewachsenen Lauf des Flusses kaum beeinträchtigen. Auch die Schifffahrt und die Wanderung der Fische bleiben ungehindert. Die Beispiele zeigen: Auch bei der Wasserkraft gehört sorgfältige Planung dazu, um Interessen miteinander abzuwägen und gute Entscheidungen zu treffen. Der Blick auf das Gesamtsystem „Erde“ bleibt stets das Wichtigste.