Biomasse-Management —
wie aus Gutem Nützliches wird!
Was für ein Wort: Biomasse – Management. Klingt gut: Aber was bedeutet es? Im Prinzip verbirgt sich hinter diesem Begriff die Umwandlung von Biomasse in Produkte aus Biomasse.
Durch das Biomasse-Management wird also etwa aus Holz oder Stroh Bioethanol, aus Speiseresten und Klärschlamm wird Biogas. Biomasse-Management bedeutet dabei auch, die passende Infrastruktur zur Weiterverarbeitung von Biomasse zu schaffen.
Bestenfalls besteht die gesamte Prozesskette bei der Weiterverarbeitung aus CO2 – neutralen Prozessen. Das bedeutet: Es wird während der Bearbeitung der Biomasse und während der anschließenden Nutzung des aus Biomasse entstandenen Produkts als Energieträger nur soviel Kohlendioxid freigesetzt wie der Atmosphäre ursprünglich durch Photosynthese entzogen wurde. Völlig CO2 – neutral ist die Prozesskette dann aber doch relativ selten.
Beim Biomassemanagement als Methode der Umwandlung von Biomasse gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Umwandlungsprozesse in Gang zu setzen und zu halten. Die einfachste wird in vielen Gärten praktiziert: die Kompostierung von Gartenabfällen. Hierbei wird im Grunde aus Biomasse andere Biomasse, nämlich wertvoller Humus.
Prozesse wie Gärung oder Faulung lassen Produkte wie beispielsweise Ethanol oder Biogas entstehen. Allerdings sind diese Verarbeitungsmethoden mit einem keineswegs unerheblichen Verlust von Energie verbunden.
Nutzt man etwa die alkoholische Gärung von Biomasse, so gewinnt man aus ihr nur etwa 3 bis 5% der Primärenergie, die in den zur Gärung verwendeten Pflanzen gespeichert ist.
Sonderlich viel ist das nicht! Eine spezielle Methode, um Öle, Gase und Kokse aus Biomasse wie Abfall zu gewinnen, ist die Pyrolyse. Die Biomasse gelangt für sie in einen abgeschlossenen Behälter ohne Sauerstoff und wird mit Temperaturen von 500 Grad Celsius, mitunter auch von 700 bis 900 Grad erhitzt.
Dabei werden Moleküle gespalten; aus den einstmaligen Abfallprodukten entstehen wertvolle Energieträger. Eine vollständige Nutzung des in Biomasse enthaltenen Kohlenstoffs wird bei der hydrothermalen Karbonisierung erreicht. Bei dieser Art der Verarbeitung gibt man die Biomasse in einen so genannten Druckbehälter. Druckbehälter erzeugen in ihrem Inneren einen Druck, der höher als derjenige ist, der von außen auf den Behälter wirkt.
Zusätzlich zur Biomasse werden Wasser und ein Katalysator in den Druckbehälter gegeben. Diese Mischung wird anschließend auf etwa 180 Grad Celsius im Behälter erhitzt. Aus der Biomasse entstehen dadurch kleine Kugeln aus… Braunkohle. Und die eignen sich ganz hervorragend als Energieträger!
