Bioenergiedörfer…
decken den eigenen Energiebedarf

In Deutschland gibt es eine Vielzahl von Städten und Gemeinden. Alle diese Städte und Gemeinden sind von Energieversorgung abhängig, die von großen Kraftwerken, die oftmals mit fossilen Brennstoffen arbeiten, zur Verfügung gestellt wird. Aussage 1: ist richtig! Aussage 2: Ist nicht ganz richtig! Warum? Weil es auch in Deutschland einige so genannte Bioenergiedörfer gibt. Bioenergiedörfer decken einen großen Teil des eigenen Energiebedarfs, bestenfalls auch den gesamten Energiebedarf aus regenerativen Energien wie der aus Biomasse. Sie sind Beweise dafür, dass Vieles machbar ist, wenn man sich anstrengt. Ein Beispiel für solch ein Bioenergiedorf: Jühnde im Landkreis Göttingen. Große Teile des Dorfes machen mit, engagieren sich dabei, Jühnde als Bioenergiedorf in Deutschland zu etablieren! Eine Biogasanlage sowie ein Biomasse-Kraftwerk erzeugen die nötige Wärme- und Stromenergie fürs Dorf. Die Energieversorgung ist eigentlich ganz einfach: In der Biogasanlage entsteht durch die Vergärung nachwachsender Rohstoffe und von Gülle Methan. Dieses Methan dient dem Blockheizkraftwerk zur Erzeugung von Wärmeenergie und Strom. Die Wärme wird in Form von ca. 80 Grad heißem Wasser ins Nahwärmenetz des Dorfes eingespeist und in ca. 70% der Haushalte des Dorfes transportiert. An kälteren Wintertagen kommen neben dem Methan beispielsweise Holzhackschnitzel zum Einsatz, um die notwendige Wärmeenergie zu erzeugen. Initiator des Projekts Bioenergiedorf ist neben den Dorfbewohnern selbst ein Projektteam der Universitäten Göttingen und Kassel.

Jühnde ist jedoch nicht das einzige Bioenergiedorf in Deutschland. Es gibt gleich eine ganze Reihe weiterer Beispiele für kleinere und auch größere Gemeinden, die ihren Energiebedarf vollständig oder fast vollständig mit Biomasse decken. Dabei haben die unterschiedlichen Ortschaften zum Teil unterschiedliche Konzepte entwickelt, um ihren Energiebedarf über selbst erzeugte Bioenergie zu decken. Ostritz in Sachsen — ein Beispiel für eine Bioenergiestadt — nutzt etwa einen Energiemix aus Biomasseenergie, Windenergie, Wasserkraftenergie und Solarenergie zur Deckung seines Energiebedarfs. “Energieökologische Modellstadt Ostritz – St. Marienthal” nennt sich das Projekt, das bereits durch mehrere Preise ausgezeichnet wurde. Auch in Zukunft wird wohl nicht jedes Dorf in Deutschland zum Bioenergiedorf werden, taugt nicht jede Stadt als Bioenergiestadt. Aber das muss ja auch nicht sein: Es reicht — so denken wir — bereits, wenn solche Ortschaften als Modell taugen, die vielen Städten und Gemeinden als Vorbild dienen, um das Engagement in Sachen Bioenergie zumindest etwas zu verstärken.