PÖL… ist Öl
Pöl klingt wie Öl — zu Recht! Denn unter dem Begriff Pöl werden Pflanzenöle gefasst, die — anders als beim Biodiesel — nicht zu einem dem Diesel ähnlichen Kraftstoff aufbereitet werden. Sie bleiben… Pflanzenöl. Und sie sind dennoch in der Lage, Fahrzeuge anzutreiben, wenn diese dafür angepasst wurden; dazu werden beispielsweise die Kraftstoffleitungen verdickt, außerdem wird der Antrieb so umgebaut, dass der Kraftstoff angewärmt werden kann, damit er zum Antrieb des Fahrzeugs taugt. Pflanzenöl ist zähflüssiger als Dieselkraftstoff, besitzt also eine höhere Viskosität. Der Versuch, ein normales Dieselfahrzeug ohne angepassten Motor mit Pöl zu betreiben, würde für das jeweilige Auto in einer Katastrophe enden. Wer umgerüstet hat, kann allerdings nicht nur mit PÖL, sondern auch weiter mit Diesel fahren. Er ist damit nicht zwangsläufig darauf angewiesen, stets Pflanzenöl zu finden, um sein Auto bei leerer werdendem Tank weiter zu fahren. Er kann auch eine ganz normale Tankstelle ansteuern. Letztlich taugen die unterschiedlichsten Pflanzenöle als Kraftstoff: Rapsöl, Sonnenblumenöl, Sojaöl beispielsweise. Fahrer mit Pölfahrzeugen können also etwa Ölmühlen anfahren, um zu tanken. Wer da passende Tankstellen benötigt, kann eine der Ölmühlen ansteuern, die etwa auf der Homepage des Verbands Deutscher Ölmühlen e.V. eingetragen sind. Auch Rapsöl, das als Pöl-Kraftstoff in Deutschland häufig genutzt wird, unterliegt einer Norm, genauer gesagt zurzeit noch einer Vornorm. Die Vornorm DIN 51605 beschreibt Eigenschaften, die Rapsöl als Kraftstoff in Deutschland aufweisen muss.