BtL Kraftstoff — aus fest wird flüssig
Die Welt ist voll von Abkürzungen, die Laien erst einmal vor Rätsel stellen. Wofür bitte steht BtL? BtL kürzt den englischen Ausdruck „Biomass to Liquid“ ab. Biomasse wird also flüssig: Nun gehört auch bereits flüssiges Rapsöl zur Biomasse.
Beim BtL Kraftstoff geht es jedoch um größere Mengen ehemals fester Biomasse als Ausgangsmaterial für die Kraftstoffproduktion, also nicht allein um die ölhaltigen Samen. Verwendet werden kann beispielsweise Stroh, Schilf, Brennholz oder auch Tiermehl. Somit steht weitaus mehr Biomasse für die Produktion von BtL Kraftstoffen zur Verfügung als etwa für die Herstellung von Biodiesel.
Um aus Biomasse BtL – Kraftstoffe herzustellen, wird die jeweilige Biomasse zunächst in einen gasförmigen zustand überführt. Das dabei entstehende Gas setzt sich vor allem aus Kohlenmonoxid (CO), Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff zusammen (H2).
Das Gas wird gereinigt und danach beispielsweise mit Hilfe des so genannten Fischer-Tropsch-Verfahren synthetisiert. Gas wird dabei in flüssige Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Ein anschließender Veredlungsprozess macht diese Kohlenwasserstoffe zu brauchbaren Treibstoffen.
Die BtL – Technologie befindet sich noch in der Entwicklungsphase. Da das relativ neue, seit Anfang des Jahres 2007 gültige Biokraftstoffquotengesetz in Deutschland die Beimengung eines gewissen Anteils an Biokraftstoffen in Benzin und Diesel-Kraftstoffe verlangt, könnte das Interesse an der Produktion preisgünstiger Biokraftstoffe weiter steigen. Die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe e.V und das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gehen davon aus, dass bis zu 25% des Kraftstoffbedarfs mit BtL – Kraftstoff gedeckt werden könnten, wenn man vier bis sechs Millionen Hektar Fläche für den Anbau von Pflanzen für die BtL – Kraftstoffproduktion verwendet.
